Team ist nicht gleich Team

Jeder von uns ist oder war zumindest schon einmal Teil eines Teams. Das fängt schon in der Schule an, geht über unsere Hobbies, wie Sport oder Musik und ist natürlich im beruflichen Alltag ein großes Thema. Heute kann man überall lesen, dass Teamwork wichtiger ist denn je, um Erfolge erzielen zu können. Dabei können sich Teams deutlich voneinander unterscheiden. Weißt du in welcher Art von Team du unterwegs bist? Und was zeichnet unterschiedliche Teams überhaupt aus?

Ganz nüchtern betrachtet ist ein Team eine Gruppe von mindestens zwei Personen, die in direktem Kontakt zueinanderstehen. Teammitglieder füllen über die Zeit verschiedene Rollen aus und es wird gemeinsam ein Verständnis für bestimmte Normen und Werte entwickelt, nach denen gehandelt wird. Dadurch entsteht ein Teamgefühl, ein WIR-Gefühl, das die Teammitglieder miteinander verbindet.1

Echte vs. Pseudo Teams

Dabei ist Team nicht gleich Team. Während in „echten” Teams die Mitglieder auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten, Zuständigkeiten klären und sich systematisch austauschen, ist bei so genannten „pseudo” Teams oft nicht ganz klar, wer überhaupt alles zum Team gehört. Die Teamgrenzen sind bei Letzterem eher durchlässig und von einem konkreten gemeinsamen Ziel kann dabei auch keine Rede sein. Es finden zwar gelegentlich Treffen zum Info-Austausch statt, aber im Grunde erledigt jedes Mitglied individuell für sich die eigenen Aufgaben.2 Durch diese Art von pseudo Teamarbeit ist es für die einzelnen Mitglieder viel schwerer ein WIR-Gefühl zu entwickeln. Pseudo Teams entstehen oft durch höhere Hierarchieebenen, die über ihre Mitarbeiter in Teamform sprechen, obwohl diese ganz unterschiedliche Aufgaben mit unterschiedlichen Zielen verfolgen.

Arten von Teams3

Aber auch innerhalb von echten Teams gibt es Unterschiede in der Zusammenarbeit und in den jeweiligen Aufgabenbereichen. Nachfolgend geben wir einen kurzen Überblick über mögliche Arten von Teams in Organisationen. Wir zeigen dabei nicht nur die Kernmerkmale dieser Arbeitsgruppen auf, sondern machen diese auch an konkreten Beispielen deutlich.

Klassische Arbeitsgruppe

Beginnen wir mit der klassischen Arbeitsgruppe.  Mit großer Wahrscheinlichkeit hat jeder schon einmal diese Art der Teamarbeit durchlaufen. Jedes Teammitglied hat dabei seine eigene Aufgabe, die unabhängig der anderen erledigt werden kann. Allerdings führt erst die Kombination aller Einzelaufgaben des gesamten Teams zur Erreichung der gemeinsamen Arbeitsaufgabe – die klassische Aufgabenteilung also. Meist werden die Aufgaben von Vorgesetzten vorgegeben und teilweise sogar zugeteilt.

Beispielsweise ist Katja bei ihrer Arbeit bei einer Zeitung dafür verantwortlich, passendes Bildmaterial für die jeweiligen Artikel zu recherchieren. Sie selbst schreibt die Artikel allerdings nicht, das übernehmen andere Kolleginnen und Kollegen. Ein weiterer Kollege ist für die Überprüfung der Quellen verantwortlich. Jedes Teammitglied erfüllt also seinen eigenen Teil des Großen Ganzen und führt dadurch das Unternehmen zum Erfolg.

Teilautonome Arbeitsgruppen

Eine Steigerungsform von klassischen Arbeitsgruppen sind teilautonome Arbeitsgruppen. Dabei übernimmt das Team eigenverantwortlich ganzheitliche Aufgaben in vorgegebenen Rahmenbedingungen. Das Team organisiert sich und die Aufgabe selbst, dazu gehört es auch administrative Aufgaben zu übernehmen.

Katja und ihre Kolleginnen und Kollegen entscheiden innerhalb ihres Teams selbst, welche Einzelaufgaben erledigt werden müssen und wer diese übernimmt. Zwar möchte Katja ihre Arbeit in der Bildrecherche beibehalten, gleichzeitig möchte sie aber auch bei der Quellenprüfung unterstützen. Deshalb teilen sie und ihr Kollege sich für den nächsten Artikel die beiden Aufgaben. Da das Team teilautonom ist, berichten die einzelnen Teammitglieder nicht direkt ihrem Vorgesetzten, sondern besprechen Erfolge, Schwierigkeiten und das weitere Vorgehen erst einmal im eigenen Team.

Projektteams

Es ist auch möglich als Team nur in einem definierten begrenzten Zeitraum zusammenzuarbeiten. Ist ein solches Team für die Entwicklung innovativer Produkte oder für die Lösungsfindung eines Problems verantwortlich, spricht man von Projektteams. Diese sind meist heterogen zusammengesetzt, um möglichst unterschiedliche Perspektiven bei der Entwicklung oder Lösungsfindung zu berücksichtigen.

Frank ist Fertigungsmeister bei einem Hersteller für Haushaltsgeräte, bei dem die Produktionslinie einer neuen Küchenmaschine implementiert werden soll. Um dies zu realisieren wird ein Projektteam zusammengestellt, in das Frank als Fachexperte für seinen Bereich integriert ist. Neben ihm sind unter anderem auch Ingenieure, Mitarbeiter:innen aus dem Bereich Arbeitsschutz und die Bereichsleitung der Produktion involviert.

Virtuelle Teams4

Viele der bereits vorgestellten Teamformen lassen sich in virtuelle Teams transformieren. Diese Form der Teamarbeit hat vor allem durch die Corona-Pandemie stark zugenommen. Mitglieder dieser Teams sind räumlich und teilweise zeitlich voneinander getrennt und kommunizieren über elektronische Hilfsmittel. Das Arbeiten mit räumlicher und zeitlicher Distanz fordert von den Teammitgliedern zum einen sicheren Umgang mit den elektronischen Kommunikationsmedien, aber auch ein hohes Maß an Selbstmanagement und auch Vertrauensbereitschaft den entfernten Kolleginnen und Kollegen gegenüber.

Sowohl Katjas klassische oder teilautonome Arbeitsgruppe als auch Franks Projektteam könnten als virtuelle Teams agieren.

Qualitätszirkel

Eine weitere Art von Team sind der so genannte Qualitätszirkel. Hierbei schließen sich mehrere Mitarbeiter:innen freiwillig zusammen, um selbstgewählte Probleme in ihrem Arbeitsbereich anzugehen und zu bearbeiten. Da es sich dabei um Probleme aus einem gemeinsamen Arbeitsbereich handelt, entstammen die Teammitglieder des Qualitätszirkels meist aus derselben Hierarchieebene.

Frank bemerkt immer wieder, dass sein Arbeitsplatz und der seiner Kolleginnen und Kollegen wenig effizient gestaltet ist. Er muss mehrmals täglich seinen Arbeitsplatz verlassen, um benötigtes Material und Werkzeuge zu besorgen. Um das zu ändern, schließt er sich freiwillig mit mehreren Kolleginnen und Kollegen zu einem Qualitätszirkel zusammen. Gemeinsam führen sie eine Arbeitsplatzanalyse durch, strukturieren die einzelnen Arbeitsplätze neu und gewährleisten so einen effizienten und flüssigen Arbeitsablauf.

Teams in Extremsituationen

Eine besondere Form der Teamzusammensetzung findet sich bei Teams in Extremsituationen. Die einzelnen Teammitglieder sind in ihrem Fachbereich hoch qualifiziert und bearbeiten in variabler Konstellation dringende, unvorhersehbare, voneinander abhängige und folgenschwere Aufgaben. Solche speziell ausgebildeten Teams kommen in Krisen- und Katastrophengebieten, wie zum Beispiel bei der Überschwemmung im Ahrtal 2021, zum Einsatz.

Cabin Crews

Bei der letzten Arbeitsgruppe handelt es sich um so genannte Cabin Crews. Die Teammitglieder führen immer wieder die gleichen Aufgaben durch, setzen sich jedoch in ihrer Konstellation ständig neu zusammen.

Ramona beispielsweise ist Flugbegleiterin. Sie führt bei jedem Flug die gleichen Aufgaben durch, jedoch immer mit wechselnden Kolleginnen und Kollegen. Selten arbeitet sie in einer wiederkehrenden Teamkonstellation.

 

Fazit

Die Vielzahl an Team-Arten zeigt uns schon: Ganz so einfach ist das Thema Team vor allem in der Praxis gar nicht. In einem Team treffen verschiedenste Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Interessen und Befindlichkeiten aufeinander, die eng miteinander kommunizieren und interagieren müssen – und das möglichst zielführend und gewinnbringend.

Um optimal in ein Team zu passen, ist es wichtig, die persönlichen Präferenzen und vor allem auch Grenzen zu kennen, um das Team unterstützen und das bestmögliche Ergebnis erzielen zu können. Ungemein wichtig ist dabei, dass man sich als Teammitglied dem eigenen Team zugehörig fühlt – nur so kann ein WIR-Gefühl und die Identifikation mit dem Team und den Aufgaben entstehen.

Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass immer mehr Unternehmen in den letzten Jahren den Wunsch äußern, eine ideale Teamzusammensetzung zu erreichen – was eine regelrechte Mammut-Aufgabe darstellt. Aber genau das machen wir bei karriereheld möglich. Wir wissen wie zentral funktionierende Teams für den Unternehmenserfolg und für den persönlichen Wohlfühl-Faktor sind, deshalb finden wir mit unserem TeamFit-Test die ideale Besetzung für freie Stellen. So einfach war die Suche nach dem Dream-Team noch nie. 

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Quellen:

  1. Rosenstiel, L. von (2003). Grundlagen der Organisationspsychologie (5. Aufl.). Stuttgart: Schäffer-Poeschel.
  2. West, M. A., & Lyubovnikova, J. (2012). Real teams or pseudo teams? The changing landscape needs a better map. Industrial and Organizational Psychology: Perspectives on Science and Practice, 5, 25-28.
  3. Kaufflend, S. & Schulte, E. M. (2019). In S. Kauffeld (Hrsg.), Arbeits-, Organisations- und Personalpsychologie für Bachelor (3. Aufl.) (S. 211 – 233). Berlin, Heidelberg: Springer
  4. Hertel, G. (2007). Management “virtueller Teams”. In H. Schuler & K. Sonntag (Hrsg.), Handbuch der Arbeits- und Organisationspsychologie (S. 713-722). Göttingen: Hogrefe.
Team ist nicht gleich Team. Teamwork togetherness collaboration, business teamwork concept.
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